Petuelpark

Künstlerkurator Stephan Huber

2004

öffentlich zugänglich

Zwischen Schwabing und Milbertshofen

Künstler*innen:
Barbara Bloom, New York
Bogomir Ecker, Düsseldorf
Rodney Graham, Vancouver
Hans van Houwelingen, Amsterdam
Harald Klingelhöller, Düsseldorf
Raimund Kummer, Berlin
Aribert von Ostrowski, Berlin
Alexandra Ranner, München
Roman Signer, St. Gallen
Kiki Smith, New York
Pia Stadtbäumer, Düsseldorf
Dietmar Tanterl, München

Der Park
Wo früher der tosende Lärm und die Abgase einer Stadtautobahn die Anwohnerinnen und Anwohner plagten, erstreckt sich seit 2004 ein idyllischer Park. Am 23. Juni 1996 hatte sich die Mehrheit der Münchnerinnen und Münchner in einem Bürgerentscheid für einen kreuzungsfreien Ausbau des Mittleren Rings und den Bau von drei neuen Tunnels ausgesprochen. Seit 2002 ist der Abschnitt Petuelring untertunnelt. Auf dem 900 m langen Tunneldeckel ist in den Folgejahren eine ungewöhnliche Parkanlage mit öffentlichen Plätzen, intimen Gärten und großzügigen Rasenflächen entstanden.

Der Petuelpark hebt die bisherige Trennung zweier Stadtteile auf, die nun über dieses neue Zentrum zusammenwachsen. Die Landschaftsarchitekt*innen Stefanie Jühling und Otto A. Bertram nutzen die versetzten Ebenen, die durch den aus Kostengründen nicht vollständig versenkten Tunnel entstanden, für eine intelligente Zweiteilung des Areals in das großzügige Plateau oben und die kleinen kontemplativen Rückzugsräume auf der unteren Ebene am Nymphenburger-Biedersteiner-Kanal. Die Lage des Parks auf dem Tunnel, die daraus resultierende Linearität seiner Form und die prägnante rote Tunnelwand geben dem Park seine unverwechselbare Gestalt.

Das Kunstkonzept
Zeitgleich mit der Entwurfsplanung der beauftragten Landschaftsarchitekt*innen wurde 1999 vom Baureferat, beraten durch die städtische „Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum“, der Wettbewerb für das Kunstkonzept ausgeschrieben. Der Münchner Künstler Stephan Huber ging mit seinem Konzept als Sieger hervor. Unterschiedliche künstlerische Einzelpositionen sollten sich in seinem Konzept zu einem komplexen Gesamtbild addieren. Die Kunst vermeidet die Betonung der Längsausrichtung des Parks, ist teilweise fast versteckt, um dann überraschend ins Gesichtsfeld des Besuchers bzw. der Besucherin zu treten.

Das Café Ludwig
Das Café, als Zentrum und Herz des Parks in dessen Mitte situiert, wurde vom Architekturbüro Kiessler & Partner als ein eleganter Pavillonbau mit klarer Formensprache geplant, mit Kunst-am-Bau-Werken von Barbara Bloom, Alexandra Ranner und Kiki Smith. Unter dem Titel „Montags bei Petula Park“ fand im Café 2005-2006 einmal monatlich ein Kunstprogramm statt, gestaltet und organisiert von jungen Künstler*innen, veranstaltet von der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, kuratiert von Stephan Huber.

Der Generationengarten
Der Generationenpavillon (Architekturbüro Kiessler & Partner) und der dazugehörige Generationengarten (Jühling und Bertram) schaffen eine Begegnungsstätte für Anwohner*innen aus Milbertshofen und Schwabing. Die Parzellen werden jährlich vom örtlichen Stadtteilzentrum an Interessierte vergeben.

Publikation
Kunstprojekt Petuelpark, Hrsg. Uwe M. Schneede, Stephan Huber, Prestel Verlag, 2006
(kann bei Interesse kostenlos über QUIVID bestellt werden: quivid.bau@muenchen.de)

Partner des Kunstprojektes Petuelpark: BMW Group, Stiftung Straßenkunst der Stadtsparkasse München, Versicherungskammer Bayern, Kulturbaufond München, OSRAM, Deutsche Städte Medien, Hotel Bayrischer Hof. Der Generationengarten entstand im Rahmen des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt.

Petuelpark