Palmen

David Zink Yi

2021

auf Anfrage zugänglich

Aschauer Straße 9, 81549 München

Skulpturengruppe aus Edelstahl, jeweils ca. 5,5 m hoch

München liegt zwar nicht in den Tropen, aber in der Marieluise-Fleißer-Realschule kann man dennoch in Palmwipfel schauen. Und das ist keine Fata Morgana: Im westlichen Lichthof wachsen vier besonders schöne Exemplare der Sorte „Washingtonia Robusta“ empor – allerdings keine echten, sondern aus Edelstahl. Die vier schlanken, silbern glänzenden Pflanzen schuf der in Berlin lebende Künstler David Zink-Yi.

Die Sorte, die das Vorbild für seine Baum-Plastiken ist, ist auch in Kalifornien verbreitet. Sie zeichnet sich durch besondere Eleganz der Proportionen aus und hat einen dünnen Stamm und filigran gefiederte Blätter. Während die Washingtonia in der Natur bis zu 35 Meter hoch werden kann, sind die Imitate den Dimensionen des Gebäudes angepasst. Sie erreichen eine Höhe von 5,5 Metern – und harmonieren mit der Bepflanzung des Lichthofes.

Die echten Palmen würden den Münchner Winter an diesem Standort nicht überstehen: Sie sind zu kälteempfindlich und brauchen direktes Sonnenlicht. Doch Zink-Yis Installation ist eine plastisch detailgetreue Nachbildung und bieten aus allen Perspektiven reizvolle Anblicke: Die Palmwedel aus gefaltetem und geschnittenem Edelstahlblech befinden sich auf Höhe des ersten Stockwerks, von den oberen zwei Geschossen aus sieht man auf die Baumkronen herab.

Der Bildhauer will den Schulalltag durch eine Atmosphäre zwischen Realismus und sinnlicher Künstlichkeit bereichern. Die vier Palmen bringen einen Hauch von Sunset Boulevard ins Schulleben. Das Kunstwerk sorgt wie eine Theater-Requisite für die leichte Verschiebung ins Surreale. David Zink-Yi erschafft dabei nicht mit perfekter Attrappe eine Fake-Realität, sondern macht den Unterschied zwischen Natur und Nachahmung, Wirklichkeit und Täuschung sichtbar.

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