o.T.

Michael Schrattenthaler

2009

abgebaut

Stiftsbogen 56-58, 81375 München

Das Kunstwerk wurde aus technischen Gründen abgebaut.

Ein wenig wirken sie wie 4-flügelige Schmetterlinge, die jederzeit losschwirren könnten. Zumindest dann, wenn ein Luftstoß die zehn an Rohren befestigten Windräder in Rotation versetzt. Michael Schrattenthaler hat drei Kindertagesstätten – die in Systembauweise errichtet wurden – vor dem Eingang mit jeweils einer stählernen Windrad-Säule ausgestattet – die ebenfalls seriell gefertigt wurden – und damit vor den Neubauten ein luftiges Signet geschaffen. Bereits von Weitem zeigen die auf Hochglanz polierten Rosetten der Windräder durch ihre Lichtreflektion den Weg an.

Die minimalistische Schlichtheit der 10 Meter hohen Wegmarken entspricht der elementaren Energieform des Windes. Spätestens durch die Perser 700 n. Chr. wurden Windräder als Ersatz für Menschen- und Tierkraft zum Betreiben von Mühlen eingesetzt. Schrattenthaler greift typologisch auf das sonst in der Kinderhand gehaltene Spielzeug der Windrads zurück, verleiht seinem überdimensionierten Exemplar aber eine stabile Station zur Beobachtung der Bewegungsenergie. Gleich Blüten eines Schlingpflanze scheinen die 10 Rosetten spiralförmig an der Säule nach oben zu klettern. Anders als die manchmal ungeschlacht in der Landschaft postierten Windräder zur tatsächlichen Gewinnung regenerativer Energie, besticht Schrattenthalers Version durch ihre konstruktive Eleganz.

Birgit Sonna

o.T.