Licht gießen

Joachim Fleischer

2004

öffentlich zugänglich

Wehrsteg an der Isar - zwischen Ludwigsbrücke und Praterinsel, 80438 München

Lichtinstallation

Licht gießen
Licht gießen

„In diesem Zustand jedoch stützt uns das Instabile.“

Joachim Fleischer ist ein Grenzgänger, der mit dem Licht als Material, als Körper arbeitet, der Maschinen zwar mit einem gewissen ästhetischen Sinn baut oder nützt, sie aber nur funktional als Transportmittel des Lichtes einsetzt, als Transportmittel seiner List, seiner Zweifel am Gebauten und an dessen Wahrnehmung.

Die Installation von Joachim Fleischer bringt die Geometrie des Raumes, Flächen und Proportionen der Architektur ins Schwingen. Durch eine einfache Anordnung eine Lichtquelle, die Wehrmauern, eine Schattenprojektion entsteht ein ungeahnt komplexes System, das die herkömmliche Wahrnehmung untersucht und in Frage stellt.

Die Zeit spielt hier die Hauptrolle, durch die die Bewegung im Raum erst wahrgenommen werden kann. Denn Licht bedeutet für Joachim Fleischer in erster Linie Bewegung; seine Lichtobjekte zwingen den Betrachter dazu, die Zeit wahrzunehmen, die ihm nötig sein wird, um den Raum zu begreifen. Es entsteht in den Zyklen der Maschine und der Konstellationen, die sich zwischen Licht, Raum und Schatten auftun, jenen besonderen Zustand, der, so Paul Valéry, „sich nicht fortsetzen kann und uns außerhalb oder weit von uns versetzt; in diesem Zustand jedoch stützt uns das Instabile, während das Beständige sich darin nur zufällig wiederfindet. Er gibt uns die Vorstellung einer anderen Existenz, die der seltensten Momente unserer fähig ist und sich aus den Grenzwerten unserer Eigenschaften zusammensetzt“. (Paul Valéry, Degas Danse Dessin)

© Jean-Baptiste Joly,Akademie Schloss Solitude

Licht gießen
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