Gumpfoten in Sendling

Julia VenskeJulia Venske, Gregor Spänle

2009

auf Anfrage zugänglich

Konrad-Celtis-Straße 46, 81369 München

Skulpturengruppe im Eingangshof

Sie sind mitten unter uns. Vor der Kindertages­stätte in der Konrad-Celtis-Straße haben sie das rechtwinklige Grau der Bodenplatten durchbro­chen und ihre Nasen neugierig in die Sendlinger Luft gesteckt. Wenn es denn überhaupt neugie­rige Nasen sind, die wir von den „Gumpfoten“ zu sehen bekommen – denn zunächst einmal sind die scheinbar wabbelig sich windenden Wesen einfach nur amorphe Würste aus superhartem Granit. Doch ihren Schöpfer:innen, dem Künstler:innenduo Venske & Spänle, ist das Kunststück gelungen, dem primär unbeseelten Stein durch ausgefeilte Formgebung und raffinierten Hochglanzschliff nicht nur Leben einzuhauchen, sondern regel­rechte Wesenszüge zu verleihen.

Und so wirkendie schwarzen Knubbel tatsächlich wie freund­liche Lebensformen, die neugierig und zutraulich den Hof der Tagesstätte erkunden. Dem Ort angemessen bietet ihre phantastische Physiognomie dabei Anlass zum Spielen und Erkunden, darüber hinaus aber auch zur Über­raschung und Irritation – in ihrem Widerspruch zwischen offensichtlicher Statik und imaginierter Bewegung, zwischen spürbarer Steineshärte und scheinbar pulsierender Organik. Diesem gegensätzlichen Wechselspiel von Form und In­halt folgt der gesamte Figurenkosmos des Duos Venske & Spänle: amorphe Körper, die – vom rundlich-kleinen „Smörf“ bis zu den tropfig-flie­ßenden „Helotrophen“ – nicht nur eigenwillig- ironische Fantasienamen tragen, sondern sogar eigens definierten Abstammungslinien folgen und von den beiden Künstlern bereits in Ameri­ka, Afrika und Australien „angesiedelt“ wurden. Mit den Sendlinger „Gumpfoten“ sind Vertreter der Venske & Spänle‘schen Formen-Familie nun endlich auch in München ansässig geworden.

Gumpfoten in Sendling