Draco

Werner Mally

1999

auf Anfrage zugänglich

St.-Martin-Straße 30, 81541 München

dreiteilige Installation in der Pausenhalle: Stahlplatte mit Bohrungen, Drache aus Holz und Granit, Text an der Wand

„Ich hol dir die Sterne vom Himmel!“

Ein Versprechen, das schon manch einer leichtfertig, weil uneinlösbar ausgestreut hat. Und doch geht es, zumindest annäherungsweise. Wie, das zeigt Werner Mally mit seiner „Draco“-Arbeit im Foyer der Grundschule an der St-Martin-Straße. Zwischen zwei von vier Säulen einer rechteckigen Pausenhalle ist eine Stahlplatte eingespannt. Gezielt gesetzte Bohrungen skizzieren Sternbilder des nördlichen Nachthimmels.

In Augenhöhe der Kinder und damit im Zentrum der Aufmerksamkeit: Das Sternbild des Drachen dat. Draco) und des Großen Bären. Das ist nebenbei bemerkt jene Sternformation, deren Anhängsel der relativ leicht identifizierbare „Große Wagen“ bildet. Für viele Erwachsene möglicherweise ein Erkenntnisgewinn. In jedem Fall aber für die Kinder den Spieltrieb anfeuernde Löcher zum Durchsehen und Durchgreifen.

Dem haptischen Experimentieren steht ein optisches Erleben gegenüber. Denn aus der richtigen Distanz gesehen, gehen tatsächlich die Sterne auf. Zur Fensterfront nach Süden hin leuchten bei entsprechender Sonneneinstrahlung die Sterne der Nacht: Die Cassiopeia, Cepheus, Kleiner und Großer Wagen, der Drache. Und damit man sich den Namensgeber dieser Inszenierung auch wirklich merken kann, liegt er noch einmal über fast 20 Meter in Kantholz ausgelegt und mit geheimnisvoll blauschimmernden Granitbolzen verbunden am Boden.

Ein Drache zum Sitzen, zum Spielen, zur Beobachtung, zum Nachdenken und nicht zuletzt auch zum Rätseln. Spiegelverkehrt und horizontal halbiert steht an der Wand der Anfang eines Kinderliedes geschrieben: „Weisstduwieviel?“ Die Fortsetzung muss lauten: „Sternlein stehen“. Natürlich nicht! Aber ab jetzt fangen wir zu zählen an. Versprochen!

Draco